Ohne Makler vermieten spart Geld – in Deutschland hat der Vermieter die Maklerprovision seit dem Bestellerprinzip (2015) selbst zu tragen, wenn er den Makler beauftragt. Das sind bei einer Kaltmiete von 900 € schnell 1.800–2.700 €. Kein Wunder, dass immer mehr Privatvermieter ihre Wohnung selbst vermarkten.
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du 2025 eine Wohnung ohne Makler vermieten kannst – rechtssicher, effizient und ohne teure Fehler.
Schritt 1: Miethöhe festlegen
Bevor du inserierst, musst du wissen, was du verlangen kannst. Informiere dich über den ortsüblichen Mietspiegel deiner Stadt. Wichtige Faktoren:
- Wohnfläche in m²
- Lage (Innenstadt, Randlage, Wohnviertel)
- Zustand und Ausstattung (Einbauküche, Balkon, Keller, Parkett)
- Baujahr und letzte Renovierung
In Städten mit Mietpreisbremse gilt: Die Miete darf maximal 10 % über dem qualifizierten Mietspiegel liegen. Informiere dich, ob deine Stadt betroffen ist.
Schritt 2: Professionelles Exposé erstellen
Das Exposé ist dein Verkaufsprospekt. Qualitativ schlechte Fotos und eine spärliche Beschreibung schrecken gute Bewerber ab – und ziehen oft die falschen an. Was ein gutes Exposé braucht:
- Mindestens 8–10 Fotos bei Tageslicht (alle Räume, Küche, Bad, Ausblick)
- Grundriss (auch ein abfotografierter genügt)
- Genaue Adresse oder zumindest Stadtteil
- Alle relevanten Eckdaten: Fläche, Zimmer, Etage, Baujahr, Energieausweis-Klasse
- Monatliche Gesamtkosten: Kaltmiete + Nebenkosten + Heizkosten
- Gewünschter Einzugstermin und bevorzugte Mietdauer
Schritt 3: Auf den richtigen Plattformen inserieren
Die drei wichtigsten Portale für Privatvermieter in Deutschland:
| Portal | Reichweite | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| ImmoScout24 | Sehr hoch, Marktführer | 50–100 € pro Inserat |
| Kleinanzeigen (ehem. eBay Kleinanzeigen) | Hoch, stark in Mittelstädten | Kostenlos / ab 10 € |
| Immowelt | Mittel bis hoch | 30–80 € pro Inserat |
Tipp: Für die meisten Privatvermieter reicht die Kombination aus ImmoScout24 und Kleinanzeigen vollständig aus.
Schritt 4: Anfragen bearbeiten und vorqualifizieren
Nach der Veröffentlichung kommen innerhalb der ersten 48 Stunden die meisten Anfragen. Nutze diese Phase für eine strukturierte Vorqualifizierung – wer, wie viele Personen, welches Einkommen, wann Einzug? Mehr dazu im Artikel Mietinteressenten vorqualifizieren.
Schritt 5: Besichtigungen durchführen
Plane Besichtigungen konzentriert an einem oder zwei Tagen. Sammle bei der Besichtigung erste Eindrücke, stelle offene Fragen und fordere im Anschluss Bewerbungsunterlagen an. Details zur Vorbereitung findest du in unserer Besichtigungs-Checkliste.
Schritt 6: Unterlagen prüfen und entscheiden
Von deinen Top-Kandidaten benötigst du:
- Schufa-Selbstauskunft (nicht älter als 3 Monate)
- Einkommensnachweise (letzten 3 Gehaltsabrechnungen)
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters
- Ausgefüllte Mieterselbstauskunft
Schritt 7: Mietvertrag aufsetzen
Nutze bewährte Musterverträge – zum Beispiel vom Haus & Grund Verband oder von juristischen Verlagswerken. Formuliere die wichtigsten Klauseln klar: Mietdauer, Nebenkosten, Haustierhaltung, Schönheitsreparaturen, Kautionshöhe.
Lass den Vertrag von einem Fachanwalt prüfen, wenn du dir unsicher bist – das kostet einmalig 100–200 €, kann aber teure Streitigkeiten verhindern.
Schritt 8: Übergabe und Protokoll
Erstelle bei der Wohnungsübergabe ein detailliertes Übergabeprotokoll mit Fotos. Dokumentiere den Zustand jedes Raums, alle Zählerstände und die Anzahl übergebener Schlüssel. Beide Parteien unterschreiben das Protokoll – das ist im Streitfall Gold wert.
Schluss mit dem manuellen Aufwand
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